Ausbildung als Chance: Berufsfindungstag für eritreische Flüchtlinge im Jugendzentrum Döhren

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Handwerk, Pflege, Verkauf, Industrie oder doch etwas ganz anderes? Die Entscheidung, für den richtigen Beruf ist für junge Menschen nicht immer einfach – dies gilt umso mehr für Flüchtlinge, die in einem noch fremden Land auf der Suche nach einer Perspektive für ein selbstbestimmtes Leben sind.

 

Um eritreischen Flüchtlingen hier eine Hilfestellung zu geben, organisierte die Projektgruppe Farbe bekennen“ am 25. September in Zusammenarbeit mit der Berufsbildenden Schule 3 einen ganz besonderen Berufsfindungstag im städtischen Jugendzentrum in Döhren. Die Arbeit mit eritreischen Flüchtlingen datiert in Döhren zurück bis in das Jahr 1992. Schon damals wurden in der benachbarten Kinder- und Jugendhilfe St. Joseph unbegleitete jugendliche Flüchtlinge betreut, darunter auch junge Eritreer. Aus diesen Anfängen heraus hat sich im Döhrener Jugendzentrum eine kontinuierliche Arbeit mit einer Gruppe von eritreischen Flüchtlingen entwickelt. Seit dem Frühjahr ist auch dort, wie überall im Land, die Zahl der Flüchtlinge stark angestiegen. So suchte Helmut Werner, ehemaliger Leiter des Jugendzentrums und Mitinitiator des Projektes, Mitstreiter und Mitstreiterinnen. Er fand sie bei der Gruppe von Ehrenamtlichen vom Runden Tisch der Döhrener Auferstehungsgemeinde. Das Projekt “Farbe bekennen“ nahm mit Unterstützung dieser Helfer, der Stadt Hannover in Gestalt des Jugendzentrums Döhren, und des Integrationsbeirates des Stadtbezirkes Döhren-Wülfel neue Fahrt auf. Ein Baustein bei der kontinuierlichen Arbeit mit den eritreischen Flüchtlingen aus Hannover und der Region sollte nun dieser erste Berufsfindungstag sein.

Unterstützt wurden die Organisatoren  dabei von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendzentrums und von gleich sechs freiwilligen Helferinnen und Helfern, die im Rahmen des Freiwilligentags aus hannoverschen Unternehmen gekommen waren. Darunter war mit Anja Schollmeyer erfreulicherweise auch ein Mitglied des Bezirksrates Döhren-Wülfel. Rund 100 eritreische Flüchtlinge  konnten sich einen Tag lang über die Voraussetzungen für verschiedene Ausbildungsberufe und ihre persönlichen  Chancen informieren. Der Tag diente  auch dem gegenseitigen Kennenlernen der Flüchtlinge untereinander, die aus Unterkünften in Hannover und der Region angereist waren.

Doris Schröder-Köpf, Landtagsabgeordnete und niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, und die Döhrener Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner begrüßten

Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Schröder-Köpf unterstrich in ihrem Grußwort die Wichtigkeit des Spracherwerbs für einen gelungenen Einstieg in den Arbeitsmarkt. „Sprach- und Integrationskurse, besonders aber der direkte Kontakt zur Bevölkerung helfen sehr dabei, sich im Land zu Hause zu fühlen“, so Schröder-Köpf. Die neu gewählte Bürgermeisterin des Stadtbezirks Döhren-Wülfel, Antje Kellner, sicherte die weitere Unterstützung des Bezirksrats zum Gelingen eines erweiterten Lern, -Kultur - und Kommunikationsangebots für Flüchtlinge im Döhrener Jugendzentrum zu.  Dort will das Team von “Farbe bekennen“ in einigen zurzeit  leer stehenden städtischen Räumen die direkt an das Jugendzentrum Döhren angrenzen, demnächst ein kontinuierliches Angebot von Sprach- und Musikunterricht bieten.   

Nach einer filmische Einführung in das Thema:„Berufe am Bau“ ging es per Rad oder mit Öffis in die BBS 3. Hier informierten qualifizierte Lehrer und Lehrerinnen nach einem Rundgang durch die Werkstätten mit  Hilfe von Dolmetschern über die Bereiche Metall-, Holz- und Malerberufe. Viele der jungen Menschen kamen schon mit ganz konkreten Berufswünschen zurück ins Döhrener Jugendzentrum. Für die beim Berufsfindungstag anwesenden Flüchtlinge wird  nun  als nächster Schritt zu Selbständigkeit und Integration ein individueller, passgenauer Plan mit Sprachunterricht, Nachhilfe, Unterstützung durch die BBS 3 und möglichst die Vermittlung in Berufspraktika erarbeitet. Das Team von “Farbe bekennen“ wird die Flüchtlinge dabei unterstützen.

Text: Isabell Schieber, Antje Kellner, Dr. Roland Hiemann

Fotos:  Antje Kellner / Anja Schollmeyer / Zeynel Öngel

 

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