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Altes Jagdhaus Foto: Jens Schade
Die Stadt schlägt den Bau eines Veranstaltungszentrums am Alten Jagdhaus vor; die Mehrheit im Bezirksrat ist jedoch skeptisch.

12. März 2022: Bezirksrat Döhren-Wülfel: Politiker lehnen Event-Zentrum-Pläne an der Seelhorst mehrheitlich ab / Die Auto-Tuner-Szene macht Geschäftsleuten große Sorgen

Nur die CDU und der AfD-vertreter war dafür. Mehrheitlich lehnte der Bezirksrat Döhren-Wülfel die Pläne für ein Event-Zentrum vor der Seelhorst in seiner Märzsitzung am vergangenen Donnerstag ab. Ein Investor möchte neben dem als Baudenkmal geschützten Alten Jagdhaus am Waldrand ein Angebot für Veranstaltungen im gehobenen Segment errichten. Eine Reihe von Anliegern aus den Kleingärten und der Peiner Straße kamen ins Freizeitheim Döhren, verfolgten die Sitzung und überreichten Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner eine Unterschriftenliste. Die Anwohner aus dem Gebiet sind gegen das Projekt, befürchten zusätzlichen Verkehrslärm und zugestellte Parkplätze.

Diese Bedenken teilte die Mehrheit des Ortsparlaments. „Fragen des Zu- und Abfahrtsverkehrs sind nicht geklärt, die geplanten 30 Parkplätze reichen nicht aus. Wir können nicht der ‚Katze im Sack‘ zustimmen“, argumentierte der Sprecher der SPD-Fraktion, Jens Schade.

Die Christdemokraten griffen allerdings gemeinsam mit den Sozialdemokraten im Laufe des Abends ebenfalls die Verkehrsprobleme an der Straße „Vor der Seelhorst“ auf. „Die Verwaltung widmet die Straße Vor der Seelhorst in dem Abschnitt zwischen der Garkenburgstraße und der Peiner Straße zur Fahrradstraße um“, lautete ein gemeinsamer CDU-SPD-Antrag, Der Vorschlag ist nicht neu. Bereits im Dezember 2000 forderte der Bezirksrat eine entsprechende verkehrsrechtliche Ausschilderung. „Die Verwaltung hält die Einrichtung für grundsätzlich denkbar“, teilten seinerzeit die Beamten im Rathaus mit, betonten aber, diese Strecke habe „nicht die größte Priorität.“ Geschehen ist seither dann bislang nichts weiter. Der Antrag wurde einstimmig von allen Bezirksratsmitgliedern verabschiedet.

Gewerbetreibende auf dem Expo-Gelände sind über den Treffpunkt der Auto-Tuner-Szene in ihrer Nachbarschaft nicht sonderlich glücklich. „Bis zu 500 Autos aus der Tuner-Szene haben zuletzt wöchentlich Hannovers Expo-Park angefahren. Dabei kamen nach Angaben des Polizeikommissariats Süd regelmäßig bis zu 900 Personen zusammen. Event-Locations wie der Peppermint-Park, der Expo-Wal oder der Dänische Pavillon, in dem künftig auch Hochzeiten ausgerichtet werden sollen, werden dadurch in ihrem Geschäftsbetrieb beeinträchtigt, da benötigte Parkplätze und Flächen zugestellt werden. Es ist dringend geboten, hier Abhilfe zu schaffen und gemeinsam mit der Szene und der Verwaltung einen Treffpunkt an einem geeigneten Ort zu finden. Sofern dieser neue Treffpunkt im Umfeld des Messegeländes liegen könnte, wäre auch die Messe AG mit einzubeziehen“, sagte Dr. Gudrun Koch (SPD). Ihr Antrag „Die Verwaltung wird gebeten in Zusammenarbeit mit den Organisator*innen der Treffen der Auto-Tuner Szene und Stadtakteuren wie z.B. dem Verein Expo Park und der Deutschen Messe AG zeitnah einen geeigneten Platz für die regelmäßigen Treffen der Auto Tuner zu finden und gegen eine tragbare Miete auszuweisen“ wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Zuvor hatte Stefan Schlutter vom Expo-Park-Verein die Nöte der Geschäftsleute auf dem ehemaligen Gelände der Weltausstellung geschildert. Das Treffen der Autofreunde vor ihren Firmen beeinträchtigt sie erheblich. Beamte des Polizeikommissariats Süd bestätigten die Angaben der Gewerbetreibenden, räumten aber ein, ordnungsrechtlich nicht viel machen zu können.

Schon seit Jahren stehen die Wohnungen im Obergeschoss des Nachbarschaftstreffs Am Mittelfelde 103 leer. SPD-Fraktionschef Schade: „Im Nachbarschaftstreff fehlen Büroräume für im Stadtbezirk arbeitende Vereine. Es bietet sich an, die ungenutzten Räume interessierten Vereinen zur Verfügung zu stellen. Ein längerer Leerstand ist für den Erhalt des Gebäudes selbst nicht förderlich. Mit einer Vereinsnutzung könnte auch dem weiteren Verfall entgegengetreten werden.“ Dies sah auch der gesamte Bezirksrat so.

Außerdem forderte der Bezirksrat in einem anderen SPD-Antrag die Stadt auf, „unverzüglich die benötigten Mittel für den seit 2015 geforderten, dringend benötigten und grundsätzlich längst bewilligten Bau des neuen Feuerwehrhauses für die Freiwillige Feuerwehr Wülfel bereitzustellen.“ Willi Lindenberg: „Die Freiwillige Feuerwehr Wülfel ist mit zahlreichen Einsätzen eine der am meisten geforderten Freiwilligen Wehren der Stadt Hannover. Aufgrund einer konsequent betriebenen engagierten Jugendarbeit erfreut sie sich zudem auch vieler neuer Mitglieder. Das marode alte Gebäude platzt mittlerweile aus allen Nähten. Es ist den engagierten Ehrenamtlichen in diesem Bereich nicht zuzumuten, weitere zehn Jahre auf den Ihnen bereits seit langem versprochenem und dringend benötigtem Neubau ihres Feuerwehrhauses zu warten.“


Text: Jens Schade

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