Die Bezirksratsfraktion der SPD in Döhren-Wülfel lehntdie weiteren Planungen zur Errichtung eines Standortes der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen auf den Flächen der ehemaligen Radrennbahn sowie den angrenzenden Flächen an der Wilkenburger Straße im Stadtteil Wülfel ab.

Aus Sicht der SPD-Bezirksratsfraktion sprechen gewichtige Gründe gegen eine weitere Verfolgung der Planungen. Insbesondere ist mit weitreichenden ökologischen Auswirkungen zu rechnen aufgrund der Nähe zum Landschafts- und Naturschutzgebiet. Darüber hinaus liegt das Gebiet in einem wassersensiblen Bereich der Leinemasch. Aspekte des Hochwasserschutzes sowie Risiken für eine dauerhafte bauliche Nutzung und eine belastbare Zuwegung sind daher besonders kritisch zu bewerten. Hinzu kommen Nutzungskonflikte durch bestehende Lärmbelastungen aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Schießsport-Bundesstützpunkt.

„Wenn Natur- und Hochwasserschutz, Nutzungskonflikte und die Anforderungen an eine sensible Nutzung gleichermaßen dagegensprechen, bleibt nur eine klare Konsequenz: Der Standort Radrennbahn ist insgesamt ungeeignet und wird von uns abgelehnt“, so Jens Schade, Fraktionsvorsitzender der SPD-Bezirksratsfraktion.

Zugleich begrüßen die Sozialdemokraten ausdrücklich, dass sich die Ratsfraktionen von SPD, CDU und FDP der örtlichen Einschätzung angeschlossen haben. „Für uns im Stadtbezirk ist es ein wichtiges Signal, dass die berechtigten Einwände auf Ratsebene aufgegriffen werden. Wir freuen uns, dass nun auch gesamtstädtisch der Weg für eine neue, transparente Standortsuche frei gemacht werden soll“, so die SPD-Rats und Bezirksratsfrau Anja Schollmeyer.

Die Bezirksratsfraktion betont ihre grundsätzliche Unterstützung für die Schaffung einer Landesaufnahmeeinrichtung im Stadtgebiet. Positive Erfahrungen, etwa im Rahmen der Ukrainehilfe mit der Landesaufnahmebehörde auf dem Messegelände, zeigen, dass dies bei einer geeigneten Standortwahl gut gelingen kann. „Voraussetzung ist jedoch eine nachvollziehbare Entscheidung, die städtebauliche, ökologische und sozialräumliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt“, erklärt Jens Schade weiter.